Dear Friends

DF 7 – Mad / Phil – Bocholt (Juni 98)

Bocholt, Deutschland

Liebe Freunde,

habt Ihr mitbekommen, wie heiss es geworden ist? Anscheinend schmilzt das ganze Eis. Das schiebt meinem Snowboarding-Urlaub in den Niederlaendischen Alpen den Riegel vor. Stattdessen werde ich ueber die Tulpenfelder Wasserski fahren. Wir muessen uns anpassen, denke ich. Einige Freunde von mir starten eine Zitrusfruchtfarm in Schottland. Obwohl ich nicht richtig den Sinn darin sehe; wenn es kein Eis gibt, wofuer brauchen wir dann die Zitronen?

Praesident Clinton sagt “aus zwei Irrtuemern macht man keine Wahrheit” und verhaengt Sanktionen gegen Pakistan und Indien in Folge von Atomtests. Erst kuerzlich, vor zwanzig Jahren, konnte man General Haig begeistert die Werte der Mutual(ly) Assured Destruction (Gegenseitig Garantierten Vernichtung) beschreiben hoeren (was fuer ein entzueckendes Akronym das ist).

Es wurde argumentiert, als grundsaetzliche Strategie, dass in dem Fall eines Angriffs auf die US, resultierend im Aussterben alles Lebens in dem Gebiet, die automatisch ausgeloeste Resonanz, die Ausloeschung aller sovietischen Interessen garantieren wuerde, und umgekehrt (?).In der Kategorie 'Atomunfall' war von keiner Seite eine Erklaerung verfuegbar.

Also, er verurteilt Indien und Pakistan dafuer, dieselbe Haltung einzunehmen wie die nuklearen Kavaliere einer vorherigen Generation und fuegt, herablassend, hinzu “Ich kann es nicht glauben, dass, wo wir das Millenium erreichen, der indische Subkontinent dabei ist, die gleichen Fehler zu wiederholen, die wir frueher in diesem Jahrhundert gemacht haben.” Natuerlich haben Sie in beiden Faellen recht Herr Praesident. Also, sollte das nicht heissen “Aus zwei Wahrheiten macht man keinen Irrtum”! Ist es das, was Sie meinten?

Das soll nicht heissen, dass Indien und Pakistan in diesem Moment zu dem M.A.D. Kurs entschlossen sind, noch, mehr auf den Punkt gebracht, das die staerksten Nationen auf der Erde kulturell oder moralisch dazu ausgeruestet sind, in diesem Bereich Ratschlaege zu verteilen.

Waehrenddessen kleben in Japan, waehrend die Wirtschaft um ihre Fussgelenke zusammensackt wie ein Paar billige Strumpfhosen, die Leute an ihren Fernsehern und sehen zu wie sich ihr geliebtes Fussballteam in Frankreich aus seiner Haut spielt. Auch ganz in Ordnung; die Leben normaler Leute werden so von den Fluktuationen der internationalen Finanzen dominiert. Man kann leider nur wenig Vergnuegen daraus ziehen, sich darueber zu sorgen, wie die Konzernkriminellen, die Welt regieren und den Geist einer Generation aus der Laune eines Tagesprofites heraus vernichten. Es war schon immer so.

Das erinnert mich an ein Fax, das ich vor etwa zehn Jahren an meinen Manager schickte.

“Lieber Phil”, - schrieb ich eines morgens -

“Ich bin totkrank davon, gezwungen zu sein, mit den 'Geld Bastarden'verkehren zu muessen. Von nun an, kuenftig, moechte ich in Perlen bezahlt werden. Alle zukuenftigen Vertraege werden sounsoviele Perlen fuer diesen Veroeffentlichungsvertrag oder jene Konzerttournee festlegen, etc. Ich arbeite gerade die Farben heraus und ich rufe Dich spaeter heute an, mit einem Kodierungssystem,

Tschuess fuer jetzt,
Ian”.

Phil Banfield war natuerlich ueber dieses Schreiben bestuerzt und machte eine Notiz, fuer mich so schnell wie moeglich einen Arzttermin zu arrangieren. Er war ziemlich erleichtert, nachmittags einen weiteren Brief aus seinem Fax zu pulen.

“Lieber Phil,

Bitte ignoriere vorherige Korrespondenz bez. auf :Perlen. Es ist mir klar geworden, dass, so leicht wie es sein wird die Geldbastarde loszuwerden, es nicht mehr als eine oder zwei Wochen dauern wuerde, bis ich bis zum Hals in Perlen stecken wuerde. Also denke ich, dass ich mit ihnen festsitze, wie auch immer ich mich drehe!

Tschuess fuer jetzt,
Ian”.

Das Problem ist nicht das Geld (oder Perlen), wenn es als Waehrung benutzt wird, jeder Dummkopf weiss das; sondern wenn es selbst zur Handelsware wird. Das fuehrt dazu, dass Leute einen Profit machen koennen, ohne zur Gesellschaft beizutragen. Das ist falsch, oder nicht?

Wir haben diese Geldhaendler seit dem Beginn der Zivilisation toleriert. Die meisten Bereiche des Lebens brauchen Aasfresser, um das Chaos zu beseitigen, aber sicher muessen wir den Griff dieser soziopathischen Ausgestossenen, die uns durch ihren Schutt waten lassen, loesen. Starke Worte, ich weiss, aber nicht genug, nicht mal beinahe genug, fuer die Unschuldigen, die Milliarden von ihnen, die durch den zerstoererischen Kreislauf von Depression und Inflation, Rezession und Aufschwung gezerrt werden.

Ich bin sicher, dass die Leute in Japan den Preis fuer den Aufschwung bezahlen werden; genauso wie es die Briten vor acht Jahren getan haben, und wir werden alle die Narben tragen. Also, lasst uns unseren Fussball geniessen und zur Hoelle mit den Geldbastarden. 'Perlen', erkenne ich jetzt, sind nicht die Antwort, aber ich arbeite noch daran.

In einem anderen Sinne, aber genauso verwirrend fuer Freidenker, habe ich gehoert, das Moronica (oder Oxymoronica, um ihren ganzen Namen zu verwenden) von der Veroeffentlichung eines Interviewzeitplans fuer Dick Pimple irritiert war. Die Logik dabei war, dass 'diese Dinge privat waeren'. Nun, das ist ein interessantes Konzept, eine geheime Werbetour, wundervolles Zeug!

Die Prinzipien anwendend, dass:

1. alles (oder was auch immer) Moronica auf die Titten geht, gut sein muss, und

2. Fans wirklich ein kleines bisschen Einsicht zu schaetzen wissen; hier ist der komplette Interviewzeitplan fuer Istanbul.

Deep Purple/ Istanbul/ 1ster Juni-3ter Juni – Datum 28.05.1998

1. Juni Interviews fuer die Tuerkei im:
Hyatt Hotel
Taskisla CAD/TAKSIM
80090 ISTANBUL
11.00 – 11.30 Hurriyet (groesste Tageszeitung)
Halbe Seite Berichterstattung
Foto wird benoetigt
Das Interview wird am naechsten Tag veroeffentlicht

11.30 – 12.00 Blue Jean (groesstes Monatsmagazin) 2 volle Seiten Berichterstattung in der Juliausgabe

13.00 – 13.30 Number One TV (der einzige internationale Musikkanal der Tuerkei) Interview wird gefilmt

13.30 – 14.00 Kanal D TV (groesster nationaler Werbekanal) Interview wird gefilmt

14.00 – 15.00 Hotel fuer SUPER ONLINE Internet chat verlassen

19.30 Ankunft der SPANISCHEN Medien mit ELENA MARTIN/EMI SPAIN TK 1858

2. Juni

11.00 Interview fuer FOR HEAVY ROCK (Musikzeitschrift) SPANIEN Vicente Romero

11.30 Interview fuer BULGARIEN TV Amelia Petrova

12.00 Interview fuer RADIO 3, SPANIEN Carlos Pina

12.30 Interview fuer ONDA 10 RADIO, SPANIEN

13.00 Interview fuer Canal Plus TV, SPANIEN Rafa Bassa

13.30 Interview fuer Hit Radio, SPANIEN Mariano Garcia

14.00 Interview fuer Radio 4, SPANIEN Jordi Tarda

14.00 – 14.30 PAUSE

14.30 Interview fuer NTV TV, DEUTSCHLAND Thomas und Manfred Bleskin

15.00 Interview fuer TV3 und Antenna Radio, GRIECHENLAND Stathis Panayiotopoulos

Eine Cameracrew wurde in Istanbul angemietet und wird im Hotel sein, um die Fernsehinterviews zu filmen. Sie werden auch beim Auftritt am 2. Juni sein, um 3 Songs des Konzertes zu filmen.

ENDE DER INTERVIEWS

16.30 Soundcheck
17.00 Ende des Soundchecks
20.00 Auftritt

Wie Ihr sehen koennt, machen alle eine Menge Arbeit. Was ist das Problem?

Eine Million Dankeschoens an Euch alle, die Ihr den Beginn dieser Purple Tour zu solch einer beeindruckenden Erfahrung gemacht habt. Danke auch an alle bei Forbidden Records, die so hart an Dreamcatcher arbeiten. Einige interessante Entwicklungen dabei.

1.Steve Morris arbeitet an Arrangements fuer eine Sammlung von Songs geschrieben von Jill Towers, achtet auf diese Seite.

2.Forbidden plant eine Herbstveroeffentlichung einer Sammlung von Songs von R.Bruce ( mein anfaelliger, flatternder, ukelelender, aber nie nachlassender Freund). Ich wurde mit Bruces' Magie durch meinen alten Kumpel Steve Jarrel bekannt gemacht. 'Sharks ate my baby brother' (Haie frassen meinen kleinen Bruder), 'If cowboys could fly' (Wenn Cowboys fliegen koennten), 'Too much butt (for one pair of jeans)' (Zu viel Hintern fuer ein paar Jeans). Das sind nur drei Titel von diesem sehr lustigen Mann. Echter Witz, ueber den Ihr Euch kaputtlachen koennt. R. Bruce kommt, legt ein paar Dollars zur Seite, Ihr muesst seine Platte haben.

Wo wir ueber Steve Jarrel reden (und das tun wir oft) – er hat eine wichtige Veranstaltung am 26ten Juli (das ist ein Sonntag) in Nashville im The Ryman's Theatre, dem Veranstaltungsort der originalen Grand Ole Opry. Sie nennt sich 'Rockin' at the Rymans'.

Steve und seine Band werden fuer die Hintergrundmusik sorgen, fuer eine Reihe von Stars der praegenden Jahre des Rock 'n' Roll, Larry Henley von den Newbeads ('Bread and Butter'), Robert Knight ('Everlasting Love'), Bruce Channel ('Hey Baby'), Dobie Gray ('The In Crowd' und 'Drift Away') und viele, viele andere. Ray Peterson ('Tell Laura I Love Her'), Troy Shondell ('This Time We're Really Breaking Up') und mehr.

Musiker meiner eigenen Aera verdanken diesen Wegweisern vieles und ich habe das ganze Genre immer hoch geschaetzt. Wenn diese Show erfolgreich ist, koennte es zu einer Fortsetzung kommen. Wenn Ihr nahebei wohnt, oder Lust auf einen Trip habt, dann erkundigt Euch bitte und besorgt Euch ein Ticket fuer eine unvergessliche erste Nacht. Viel Glueck Steve. Klasse Kerl unser Steve.

Ich muss los,

Peace & Love,

Ian Gillan

Copyright © Ian Gillan 1998

Zurück zum:
return to DF index