Dear Friends

DF 34 - Gründe zum Weinen

März 2004

Liebe Freunde,

Danke euch allen, die zu unseren Shows der letzten Nordamerikatour gekommen sind; Ich bin begeistert zu hören, dass wir erneut später im Jahr gebucht wurden. Es war eine Freude, diese Venues zu spielen. Wie ich kürzlich jemandem schrieb; der ideale Gig ist in einem Theater der jeweiligen Heimatstadt (mit Freibier und ermäßigten Tickets?). Natürlich ist das nicht oft der Fall, weil es nicht genug Tage gibt - aber wir tun unser Bestes. Derweil ist Moronica (Musikindustrie) konfuser denn je ob der prächtig gedeihenden Livemusikkultur; wenn sie doch nur mal ihre Überheblichkeit ablegen könnte. Musik wie immer - spricht für sich selbst.

Wir haben ansprechende Mitteilungen bekommen; nochmals allen vielen Dank, die Reviews auf den verschiedenen Webseiten gepostet haben; und an dich Lesley dafür, dass du so viele davon für mich zusammengetragen hast. Ich muss auch sagen, wie hoch ich die Briefe an mich schätze. Hier auf Caramba - www.gillan.com - gab es hinter der Bühne eine ziemliche Ummodelei. Unser teurer Editor - Steve Campbell - rettete uns aus einem kleinkarierten und nicht auf unserem Mist gewachsenen Schlamassel. Danke dir Ed.

Beim Heimkommen für ein paar Tage - sieh das sowohl als Belohnung für schlechtes Benehmen, als auch als Chance auf eine der seltenen Umarmungen mit der Familie, derweil man ein bisschen Wäsche fertig macht, weil das ganze Zeug nach Japan verschifft wird - warf ich einen kurzen Blick in die Tageszeitungen zwecks Bestätigung des andauernden Wahnsinns.

Die Bezeichnung 'Jump Jockey' hat mittlerweile eine völlig neue und aufregende Bedeutung, seit Sean Fox bei einem Rennen im Fontwell Park aus keinerlei ersichtlichen Gründen spektakulär von seinem Renntier hüpfte. Ice Saint, das Pferd, hat daraufhin bei Manchester United unterschrieben, und Sir Alex Ferguson hat die Deckrechte; mit Ausnahme allerdings von nassen oder windigen Nächten, da hat Magnier den besseren Grip.

Dr. Terence Hope, Facharzt für Gehirnchirurgie und sowohl Experte in vaskularer Neurochirurgie, als auch Prüfungsleiter am Royal College für Chirurgie und Schriftführer des Überuniversitären Komitees in Neurochirurgie, wurde von der Arbeit an seinem Krankenhaus in Nottingham bei vollen Bezügen nach Hause geschickt. Ihm wird vorgeworfen, eine Extraportion Suppe und Croutons ohne Bezahlung genommen zu haben. Während einer Debatte zur Suspendierung des NHS-Personals sagte der stellvertretende Gesundheitsminister Lord Warner: "Ich bin zuverlässig informiert, dass es keinen Nachteil für Patienten gibt, da die anstehenden Arbeiten dieses Doktors von seinen Kollegen mit abgedeckt werden."

Eine Krankenhaussprecherin sagte indessen, dass drei für Montag geplante Operationen Dr. Hopes aufgeschoben wurden.

Um unser Wohl besorgt bewirbt Dasani - Coca Colas Abfüllfirma - sein neues 'reines' Produkt in UK. Tatsächlich ist es nichts anderes als gefiltertes, mit diversen Mineralien verstärkt und aromatisiertes "Kranenberger". Dieses Wasser aus dem Südosten Londons wird für etwa einen drittel Penny pro halben Liter frei Haus geliefert, während Dasani für die selbe Menge fast ein Pfund berechnet - ein Aufschlag von fast 3000 Prozent. Klar, Dasani ist schrecklich mit den fürchterlichen Gemein- und Marketingkosten belastet - mag sein, dass sie um Rentabilität kämpfen. In der Zwischenzeit wird ihre Glaubwürdigkeit überleben, oder?….Kurzmeldung…Wie ich das so schreibe, hat sich (bzw. ist) Dasani wegen der Beifügung von Bromiden (?), die zu Bromaten (??) mutierten - und das ist überhaupt nicht gut, oder? - vom UK-Markt zurückgezogen (worden)! Dasani reklamiert, dass zu keiner Zeit Gefahr für die Öffentlichkeit bestand (man sagt, dass Bromate Krebs verursachen können).

Einige Löwen in Afrika sollen eine Form von AIDS haben- einer kürzlichen Studie zufolge 80 Prozent. Ein großes Rudel hat seine jährliche Nachkommenschaft von einhundert auf vier reduzieren lassen müssen... Halloooooo - das war eine VIER.

Über den Daumen sind in den letzten zwanzig Jahren 50 - 70% an Vögeln und Schmetterlingen aus Britannien verschwunden. Das war, abhängig von der Spezies, nur grob geschätzt 50 - 70%, ihr wisst... nur grob; in der autoritativsten Studie überhaupt. Diese Studien sind in einer Nation voller Gärtner recht überzeugend, zumal die Forschungen von einer Armee bewanderter freiwilliger Laien betrieben wurde. Diesbezüglich habe ich noch nicht viel von Insekten gehört; Vor einem Jahrzehnt aber bemerkte ich über eine Zwei- oder Dreijahresperiode hinweg eine riesige Anomalie in den Populationsmustern von Blattläusen und Marienkäfern - kein Wunder, wenn man bedenkt, dass Letzterer sich von Ersterem ernährt - aber beunruhigend, wenn man sich die Nahrungskette weiter oben und unten anschaut. In der Tat ein zerbrechliches Gleichgewicht.

Ich rauche nicht viel, aber ich liebe die Zigarette nach der Arbeit - mit einem Bier oder zwei. Mit anderen Worten rauche ich nur, wenn ich trinke (ja, ich weiß). Das als Hintergrund; wir kamen ein paar Tage früher nach Vancouver, um ein kleines bisschen für die Nordamerika Spritztour zu proben. Ein kleines bisschen war ich nicht gerade grantig, voller Vorfreude auf etwas Entspannung nach dem Flug, ein 'No Smoking'-Schild am Eingang zur Bar sehen zu müssen, als ich mich geistesabwesend im The Four Seasons Hotel eincheckte. Aus dem Lift sagte Don 'bis gleich in der Bar' …die Antwort 'Ich trinke nicht in 'No Smoking' Bars. Da ist die Atmosphäre immer so elend stickig.'

Jetzt steuern wir gen Osten und ich muss alles, was ich für eine sechs Wochen Tour brauche, in zwei Koffer packen; und die müssen beide leer sein, weil die australischen Kofferträger so Heulsusen sind. Beschäftigt mich aber nicht so sehr, wie die Gedanken darüber, wie ich meine Familie und Freunde aus dem Knast raushole, wenn ich wieder nach Hause komme.

Letztes Mal in Australien habe ich mir ein bizarres Instrument namens Didgeridoo gekauft…Nach einem Jahr Training damit habe ich endlich rausgefunden, dass es ein Stock mit einem Loch durch ist; man bläst in das eine Ende und eine Art Pups kommt aus dem anderen.

Auf geht's Jungs, wir zählen auf euch.

Es ist eine Weile her seit dem letzten DF, oder?

Zeit fliegt sagt man; aber nicht - so meine neuliche Erfahrung - ohne ihre Schuhe ausziehen zu müssen; um vorschriftsmäßig durch ein amerikanisches Flughafengate in die nächste Dimension zu gelangen, derweil die ganze Gesellschaft in entschlossener Unkenntnis der eingeschlossenen Ironie ist.

Spät ist es und ich höre eine Amsel weinen; wie es schwächer wird durch die Nacht, weil Erschöpfung noch zum Schweigen schleift, was ihr verzweifeltes Signal für einen Partner war, der nicht mehr heim kommt.

Weltliche Gesellschaften sind zu der Erkenntnis gekommen, dass es hart genug ist, mit kampfbereiten Radikalen und Reaktionären, Grünen, Blauen und Roten, Oberen- Unteren und Zentralisten zu verhandeln; Korruption, korporative Verbrechen und die alltäglich allgemeinen Herausforderungen vis a vis zivilisierten Fortschrittes. Das ist hart genug, auch ohne die verschiedenen Versionen eines Gottes zu haben, der sich in den Kampf stürzt, um einem oder mehreren Kombattanten Pseudorechtsgültigkeit zu geben.

'Gott ist bei mir' schreit der Soldat, derweil er sein Gurtwerk des Todes umschnallt und die Nachbarschaft in Schutt und Asche legt. 'Gott ist bei dir' flüstert der Leutnant, 'ein Feld süßesten Grases erwartet dich und viele Jungfrauen werden deiner Wünsche dienlich sein. Deine Opfer - Kinder, Mütter usw. - sind alles Ungläubige; mach dir um die keine Sorgen. Deine Zeit im Paradies wird nicht von Gewissensbissen getrübt sein. Du erfülltest Gottes Willen.'

Gestern habe ich es raunen gehört: 'jene Leute' sind dahinter gekommen, dass dort im Paradies nicht eine einzige Jungfrau in Sicht ist, das Gras schon lange nicht mehr gemäht wurde und Sandalen aus der Mode sind. Die EU hat ein Camp errichtet; So sind nun ein paar Vordrucke auszufüllen und eine faire Kleinigkeit Steuern zu zahlen. Jesus, Mohammed, Buddah und David Icke sind mit ihrem Spiel relativ zufrieden, derweil Gott nach allem sich als Tony Blair entpuppt. Selbstmord wird mit einem Ticket nach Galveston* ohne Rückfahrkarte bestraft und Bombardierung mit der Wertminderung des Anlasses dafür. Sowohl Selbstmord als auch Bombardierung sind voneinander getrennte Aktivitäten, wenn sie nach jedwedem zivilisierten Maßstab beurteilt werden; sie können nicht durch einen Bindestrich legitimiert werden.

Wenn also unsere amtierenden Sozialingenieure - im Namen der Menschenrechte und unter der Aegide politischer Korrektheit - verfügen, dass wir jedes einzelnen Recht zu respektieren haben; ganz gleich wer; jedes einzelnen Standpunkt; ganz gleich was; und irgendwie jedes einzelnen Störungshandlung rechtfertigen (oh ja, das tun sie) - mit dem Hintergrund, dass Minderheiten respektiert werden müssen - und man kann als Minorität nicht signifikanter sein, als wenn man insgesamt... nur aus einem einzelnen besteht-, oder?... Dann jedermanns Religion; oh wart mal ne Minute; hier haben wir ein Problem... jedermanns politische Partei, ja wer ist denn da, Rosinante? Mehrheiten können nicht berücksichtigt werden, weil die die Zügel zu lange in der Hand hatten…, und keinerlei traditionelle Elemente mehr, welchen Landes oder Region auch immer; die Länder selber sollen ja bald von der EU außerhalb des Gesetzes gestellt werden - England existiert z.B. kaum noch, weil für Mehrheiten einfach kein Platz mehr in der modernen Demokratie ist, oder etwa nicht? Atempause… So… das ist also, warum jeder so zufrieden ist.

In einem Zermürbungskrieg, wenn Sehnen nach Stählung schreien und Blut bedarf, in Wallung gebracht zu werden, ist es ganz gut, sich an ein Sprichwort zu erinnern... lass dich von den Wichsern nicht unterkriegen.

Unser alter Freund GMC (Genetisch Modifizierte Ernten) hat mal wieder seinen hässlichen Schädel erhoben. Es sah Ende letzten Jahres nach hoffnungsvoller Pause von dergleichen aus, als ich schrieb… (Q&A 65) '...mittlerweile hat sich aufgrund massiven öffentlichen Widerstandes in UK das GM-Problem gewaltig verbessert, da es effektiv ein Moratorium in dieser Angelegenheit gibt; obwohl es die Regierung andersrum dreht. Monsanto hat sich momentan zurückgezogen. Eine große Erleichterung, auch wenn man diesen "Frankensteins Fraß Pissern" nicht trauen kann; sie sind Meister der Zermürbung…'

Ein paar Monate darauf kündigte unsere Regierung an, dass wir soweit sind, mit der Anpflanzung von GM-Mais fortzufahren - selbstverständlich nur zur Rinderfütterung - und zwar Chardon LL von Bayer; so ignoriert man die Lektionen der Vergangenheit; BSE, Antibiotika, Thalidomid, (wage ich tatsächlich, Pharmaka zu erwähnen?), - und all die anderen rücksichtslosen Unverantwortlichkeiten - in Hinblick auf Nahrungskette und Fremdbestäubung. Ein Zermürbungskrieg also, daher werde ich mich auch nicht dafür entschuldigen, auf die nachfolgende 'Achse des Bösen' (Hey Dubya, was soll ich sagen?) einzuprügeln - diese Achse des Bösen als 'interessierte' Parteien; und zwar Produzenten, Investoren, sowie Farmerzusammenschlüsse und unsere heftig von Lobbyisten unterwanderte Regierung. Dann noch - um nur zwei mächtige Feinde zu benennen - Sir David (skandalös) Carter vom BMA (Britische Medizinische Assoziation) und unser Wissenschaftsminister, Lord Sainsbury (Eigentümer einer Supermarktkette, der - so wird berichtet - jährlich zehn Millionen dreiste Pfund in die Labour Partei pumpt - Ich kann nicht glauben, dass er damit wegkommt).

Weiter im Fall gegen Frankensteins Fressen wie schon in DF 31 skizziert - und eurer Annehmlichkeit halber unten kopiert... Sie - die Feinde - sie mögen das nicht, oder... Frankensteins Frass meine ich. Solch eine Alliteration vermittelt den Eindruck eines monströsen Konzeptes und des Werks gefährlicher experimenteller Wissenschaft; könnte das womöglich wahr sein? Sowohl öffentliche Meinung, als auch harte Fakten sind ignoriert worden, wenn unsere Regierung nun den Startbutton für weitere Frankensteins Ernteanpflanzungen drückt. Die Stimmung der Öffentlichkeit zu lesen (84% dagegen) scheint nur wenig alternativ dazu zu sein, die Ernten aus den Feldern, wo sie gepflanzt wurden, zu reißen - in diesem Sinne auch der frühere Verweis auf den Knast; meinen Leuten langts.

Selbst Delia Smith, erfolgreichste und wohlwollendste Kochbuchautorin, dreht langsam durch.

Ernst, wie diese Angelegenheit ist, können wir recht klar die Taktik entlarven; Mr. Blair ist ein früher Meister der Vernebelung (er verdient es, symbolisch mit einem Ablenkungsmanöver geschlagen zu werden), und die Strategie im großen und ganzen ist, die Aufmerksamkeit von den massiven innenpolitischen Schwächen dieser Regierung abzulenken - dieser Regierung, die in den ersten paar Minuten so vielversprechend war.

Ich hege in der Tat irgendwo Sympathie für unseren Messias; '…Führer der Welt zu sein, ist ein sehr schwieriger Job' - wie in DF 11 niedergeschrieben - 'eine höhere Perspektive muss oft - deinen Anhängern gegenüber - den Anschein erwecken, dass du deine Prinzipien opferst; wenn du sie tatsächlich für den größeren Nutzen gerissener präsentierst. Schwierig zu erklären den Jungs gegenüber, die nach Hause gekommen sind, weil du gerade eifrig dem Rest der Welt zu erklären versuchst, dass jede deiner Aktionen irgendwie zu deren und nicht zu deinem Vorteil ist. Schon ein kniffeliges Geschäft…'

Im Vorherigen habe ich das Wort 'Zermürbung' benutzt. Zermürbung ist die leistungsfähigste Waffe im Arsenal einer schlechten Sache.

Schau, was Sting und andere in ihrem Kampf zum Schutz der Regenwälder getan haben. Bekommt ihr nicht das Gefühl, dass die Bewegung - oder zumindest ihr Medienwert - 'müde' geworden sind? Ermüdung ist ein Effekt der Zermürbung - so wie die Kampagne zu dem Ruf nach BAAAAAUHOOOLZ!!!!!! länger wird.

Keine Zweifel an der Stichhaltigkeit der Sache, oder - vielleicht das wichtigste - seinem Beitrag zur großen Zukunft, aber in sich selbst steht die Sache momentan im Abseits; bestenfalls.

Vor etwas über dreißig Jahren bin ich bei Amnestie International wegen ihrer politischen Unsauberkeit nicht eingetreten - was sie auch wohl noch ist; aber ich spende für viele ihrer Vorhaben - auch an die Grünen.

Wir, die wir an einen besseren Weg glauben, stehen ganz am Anfang, aber traditionelle Ideologien, Kulturen, Religionen und Wahnsinn werden am Ende - früher als später, angesichts der Marschgeschwindigkeit der Dinge, meint ihr nicht? - zu einem leisen Glucksen; wie alles in der Geschichte - wir sind befallen mit der Entfremdung von unseren Wurzeln. Jetzt sind wir - wie immer - konfrontiert mit einem moralischen und intellektuellen Kampf - da gibt es immer Konflikt - ich sage nur Bündnis gegen Tyrannen - und dem Herrn sei Dank fürs Internet.

Noch als Kind erzählte mir meine Tochter Grace ihren ersten Witz...

'...Vati - hast du von dem einarmigen (doppeldeutig: auch 'hochgerüsteten') Fischer gehört? Der hat einen sooo großen Fisch gefangen!!!'

Einfach brillant, oder? Sie hat nur seinen Namen vergessen zu erwähnen.

Im Vorherigen bezog ich mich auf 'ein empfindliches Gleichgewicht'. Ich weiß nicht warum, aber ein unterschwelliger Stups ließ mich an die berühmten Versuche einer Luftwaffe (namenlos, um sie vor der Schamesröte zu retten) denken - in all ihrer Macht und Pracht -, die es nicht schaffte, einen Wetterballon abzuschießen, der in die kommerziellen Flugrouten über dem Nordatlantik driftete. Die geballte Wucht und Wut, die von jemandem (?) entfesselt wurde, der sich nicht gerne sagen lässt - 'ähm Sir…es ist nur ein Wetterballon, der fliegt bald vorbei oder macht einfach peng.'

*Ich habe mir den Entschluss, nachfolgenden Brief zu veröffentlichen, nicht leicht gemacht; habe gedanklich - rund zehn Sekunden - über seinen Ursprung diskutiert und schlafende Hunde gegen meinen persönlichen verdammt blanken Ekel abgewogen. Ich würde gerne etwas Korrespondenz dazu erhalten; besonders von denen, die evtl. in dieser Nacht da waren. Ich erinnere mich an eine kleine Störung zu meiner Linken - der Seite von Steve auf der Bühne. Folgerichtig drängten sich ein paar Bullen ins Publikum. Vielleicht war das ja der Vorfall.

Den Namen des Verfassers habe ich entfernt, um die Nachricht möglichst zu de-personalisieren, ebenso eine persönliche Beobachtung; weil besonnene Untertreibung am besten zu beantworten scheint.

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Von: "info@deep-purple.com"
Datum: So, 22 Feb 2004 19:20:28 +0000
Thema: Fwd: Galveston Texas Konzert

Från: ******@aol.com
Datum: den 22 Februar 2004 18.08.20 GMT+00:00
Till: info@deep-purple.com
Ämne: Galveston Texas Concert

Ich sehe ein, dass diese E-Mail die Band nie erreichen kann. Ich wollte nur mit jemandem über das reden, was letzte Nacht auf dem Konzert passierte.

Meine Frau Nicole und ich waren vergangene Nacht beim Konzert. Wir schafften es, nahe an die Bühnenabsperrung zu kommen, genau gesagt in die zweite Reihe. Ich bin Weißer, Nicole eine Schwarze. Inmitten der Show langte eine Frau rüber, riss meiner Frau eine Karnevalsmaske vom Kopf und beschimpfte mich als "Niggerficker". Ein Sheriff hinter der Barriere verwies die Frau des Platzes. Tat sie dann auch, kam aber schließlich zurück und fing wieder mit ihren Schmährufen an. Zur selben Zeit herrschte mich ein Mann (gelöscht, ig) an "halt die Niggerschlampe von mir weg". Das brachte mich aus der Fassung und ich suchte nach dem Sheriff. Dieses Mal schickte der jedoch uns beide raus. So unfair es auch war, wir haben es natürlich gemacht.

Ich war total bestürzt, was aber viel schlimmer war, meine Frau war niedergeschmettert. Verärgert, verlegen und am Boden zerstört haben wir das Konzert verlassen.

Eindeutig ist das kein Verschulden der Band. Wir haben Deep Purple schon einige Male gesehen und die Show immer genossen. Irgendwie habe ich doch die Hoffnung, dass diese Mail die Band erreicht. Meine Frau weiß nichts davon. Jedes Wort von Ian und den Jungs könnte einen Stachel aus einer traurigen Situation entfernen.

Danke, und hoffentlich sehen wir euch bald in Houston (nicht in Galveston)!

Ich werde mehr dazu schreiben, wenn ich aufhöre zu weinen.

bis dahin, Cheers
Ian Gillan

Copyright © Ian Gillan 2004

P.S. Auszug von DF 31 - wie versprochen.

Wir essen schon GM-Produkte; auf den Bananenetiketten ist keinerlei Information darüber, oder? Was wir bekommen, ist ein Sticker mit der Erzeugermarke und das ist es eigentlich wert, einmal nachzuforschen... Chiquita... hmm... klingt lecker!

Uns erzählt man, die GM-Macht wolle Ländern wie Afrika helfen; wir haben aber schon eine Weltnahrungs über produktion und die zusätzlichen Kosten für Besprühung und unfruchtbares Saatgut treibt diese armen Leute noch weiter in Schulden und dem Feind verpflichtet. Ja, man muss jetzt anfangen, dieses Wort zu gebrauchen.

Seht euch Simbabwe an; durch beschämende Unaufmerksamkeit ist zugelassen worden, im Gegensatz zu anderen, die von sich selbst gerettet oder befreit wurden von dem stolzen Ruf als 'Brotkorb Afrikas' auf eine bankrotte und hungrige Nation reduziert worden zu sein; das ist der fruchtbare Grund für unfruchtbare Ernten und permanente Verschuldung. Organische und konventionelle Produkte werden verschwinden und es wird nie wieder Auswahl geben, schaut was in Kanada abgeht. Für die Gegenleistung einer kleinen Lizenzgebühr werden wir jedoch alle errettet werden...

Kann das wirklich wahr sein? Die Auswertung von 400 GM-Farmen in Amerika zeigte keinerlei gesteigerten Ertrag, keine verbesserte Nahrung und keineVerringerung der Besprühung von Feldern. Daraus müssen wir folgern, dass Profit der an sich nichts schlechtes ist in der Sache hier der einzige Grund für die Forcierung einer höchstgefährlichen Experimentenreihe ist, die vorhersehbar sowohl irreversibel alsauch katastrophal enden wird. Diese Leute müssen gestoppt werden. Ich werde jedem Politiker, gleich welcher politischer Coleur, meine Stimme geben, der diese Sache bekämpft.

Stewart Wells, Präsident der nationalen Vereinigung kanadischer Landwirte, sieht Zusagen von höheren Erträgen und geringeren Kosten für nicht verwirklicht. In der Tat '...diese so hoch gelobte wissenschaftliche Revolution hat nur höhere Kosten, Sorgen um Kontamination Vögel und Bienen schenken Grenzlinien wenig Beachtung und - das bitterste von allem - die Rückkehr zur Verwendung von hochtoxischen Chemikalien gebracht, die in unserer modernen Lebensmittelversorgung keinen Platz mehr haben sollten...'

Unser Revisionsgremium zur GM-Forschung in England war überladen mit Wissenschaftlern, die von Biotechmonstern wie Monsanto und Syngenta beauftragt wurden. Einer der wenigen Unabhängigen, Dr. Carlo Leifert - Professor für ökologische Landwirtschaft an der Universität zu Newcastle - sah sich zum Rücktritt gezwungen, als unglaublicherweise Dr. Andrew Cockburn von Monsanto gebeten wurde, den ersten Entwurf des Berichtes zu schreiben. Nicht wirklich überraschend... der Report öffnet der GM-Produktion in England Tür und Tor.

Stewart Wells, dessen Land die Vormachtstellung von Frankensteins Fraß hat, sagt, dass wir durchgeknallt sein müssen.

Politischer Druck wird aufgebaut werden, sollte das ein Thema werden, und vielleicht wird der Drall, der Zermürbung und Vernebelung hinzugegeben wird, die Leute irreführen... wie gewöhnlich. Drohungen mit Embargo und Sanktionen seitens der Interessensgruppen wird schlussendlich diese ungenießbaren Zutaten des gewaltigen Gewinns zugunsten du-weißt-schon-wem zuvörderst unseren Schlund hinunter zwingen.

Cheers,
Ian Gillan

Copyright © Ian Gillan 2004

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