Dear Friends

DF 20 - Pavarotti, Pollen, Leon Wilkeson (Juni 2001)

Juni 2001 (hier gab es einen gelinden Fall von Communicatus Interruptus - Steve)

Liebe Freunde,

Das Telefon klingelte, es war Bruce, unser Manager. Wie wäre es mit Nessun Dorma, mit Pavarotti? Ja, das wäre gut…und so begann der Ablauf. Und es geschah passend, da wir daran waren, unsere US-Tour in Chicago am 2. Juni zu starten. Es wurde nicht sehr zur Kenntnis genommen aber die Aufgabe wurde erleichtert durch Jon Lords großzügige und sofortige Reise zu meinem Haus (4 Stunden fort), wo wir den Entwurf für die Idee eines Arrangements durchgingen. Dann rief ich eine Freundin an, Isabel Buchanan, eine großartige Sopranistin die mit Lucy (wie er im Geschäft genannt wird) gesungen hat, die mir einige Tipps zu den Texten gab und wie sie zu verstehen waren. Dies ist eine so bekannte Arie, dass ich ihr Respekt zollen musste. Wie auch immer, das italienisch schien mir zu Beginn unbehaglich, aber nach einiger geduldiger Anleitung durch Isabel erfasste ich zumindest die Bedeutung und die ausdrucksvolle Disziplin. Dann wandte ich mich der englischen Übersetzung zu in der Hoffnung, sie könnte mir einen einfacheren Weg bieten. Keine Chance. Nach meiner bescheidenen Meinung sind die englischen Worte unsingbar. Also habe ich sie neu geschrieben, dann entschied ich es halb-halb zu machen, und es erwies sich als OK. Was mich bei klassischen Sängern erstaunt ist wie sie es ohne weiteres machen können. Pavarotti klang nicht so verschieden bei den Klavierproben im Hinterzimmer wie er es auf der Bühne tat. Ohne Frage würde er nicht zustimmen, aber worauf ich hinaus will ist dass ich Speed King oder Ted The Mechanic nicht singen könnte im Hinterzimmer oder im Badezimmer oder auch wenn ich die Straße entlang gehe (jedenfalls nicht ohne die Kinder zu erschrecken); nein, ich muss jede Unze an körperlicher Energie einsetzen und meinen Weg durch eine Wand aus Felsen (Rock) schlagen, da gibt es keinen Weg darum herum.

Da gibt es einen Freund von mir wo ich lebe der ein Tenor im Ruhestand ist, in der Kategorie ‚Australier', der noch immer eine großartige und sehr laute (FF) Stimme hat. Gelegentlich, am Ende eines feuchten Abends beginnt er sein Ding hinter der Bar. Da Irische Musik und Glenn Miller mehr die Regel in unserem Pub sind, schafft dies ein gewisses Maß an Unvereinbarkeit und so nimmt er Anträge entgegen. Aus irgendwelchen Gründen rufen die Halbbetrunkenen, ohne irgendwelche feststellbaren Hinweise auf Boshaftigkeit, immer nach dem Klassiker von Paul Robeson ‚Ole Man River'. Craig zuckt zusammen aber macht sich mannhaft jedes Mal daran und bringt das Dach zum Abheben.

Also aus Modena mit Pavarotti und George Benson nach Chicago mit Ted Nugent und Lynyrd Skynyrd. Das ist es was ich an dieser Band liebe, du weißt nie genau womit du in der nächsten Woche konfrontiert sein wirst. Montreux Jazz Festival, Royal Albert Hall oder Benefiz in Bangalore und dann das. Es wurden einige Augenbrauen gehoben als das ‚Paket' angekündigt wurde aber ich denke es erwies sich als gut. Wir kamen mit allen Musikern sehr gut aus und machten unser Ding jeden Abend. Es ist nett, Wortwechsel wie ‚Guten Abend Sir Ted' von Jon und ‚Guten Abend Sir Jon' als Erwiderung vom gerade erst in den Adelsstand erhobenen Bogenschützen/Gitarristen zu hören.

Ich dachte ich sollte eure Aufmerksamkeit auf den folgenden Artikel lenken……………….

‚Fall Monsanto.
Von: Marc Kaufman
Washington Post Dienst
International Herald Tribune
Samstag-Sonntag, 31. März-1.April 2001

Landwirt ist haftbar nachdem genmanipulierte Pollen auf sein Feld geweht wurden.

WASHINGTON - Ein Richter in Kanada hat einen Landwirt aus Saskatchewan dazu verurteilt dem Biotechno-Riesen Monsanto Co. tausende Dollars zu bezahlen weil entdeckt wurde dass die genmanipulierten Rapspflanzen der Firma auf seinem Feld wuchsen, offensichtlich nachdem Blütenstaub von veränderten Pflanzen auf sein nahe gelegenes Farmland geweht worden waren.

Der genau beobachtete Fall war ein Riesen Sieg für die Firma die genmanipulieres Saatgut produziert und die auf aggressive Weise Abkommen erzwingen wollte die von den Landwirten fordert jährliche Abgaben zu bezahlen um deren Technologie verwenden zu können.

Aber die Entscheidung am Bundesgericht an Saskatoon, Saskatchewan am Donnerstag ist ein bedeutender Rückschlag für die Landwirte die fürchten dafür haftbar gemacht zu werden wenn Blütenstaub von benachbarten Farmen auf ihre Felder geweht werden und damit patentiertes Erbgut in ihr Saatgut übertragen wird ohne ihr Wissen oder ihre Zustimmung. Dutzende ähnlicher Gerichtsverfahren wurden gegen Landwirte überall in den Vereinigten Staaten angestrebt, aber der kanadische Fall ist der erste der vor Gericht ging.

"Ich habe mein eigenes Saatgut seit Jahren verwendet, und jetzt sagt man Landwirten wie mir wir könnten das nicht länger tun für den Fall dass unsere Nachbarn genmanipuliertes Saatgut haben das hereingeweht werden könnte," sagt Percy Schmeisser, 70, Landwirt aus Saskatchewan, der von Monsanto verklagt worden war. "Im Wesentlichen wurde uns das Recht, unser eigenes Saatgut zu verwenden, weggenommen."

Genmanipulierter Mais, Sojabohnen, Baumwolle und Raps sind in den Vereinigten Staaten weit verbreitet, und jüngste Anhaltspunkte legen nahe dass deren Blütenstaub auf herkömmliches Saatgut überspringen kann. Das bedeutet dass sich jeder Landwirt dessen Nachbar manipulierte Arten anbaut, in derselben Situation finden kann wie Mr. Schmeisser - besonders Landwirte die Raps und Mais anbauen die leicht vom Wind bestäubt werden können.

"Das ist ein klarer Sieg für Monsanto und das sind sehr gute Nachrichten für uns," sagte Trish Jordan, Abteilungsleiterin für öffentliche und industrielle Angelegenheiten bei Monsanto Kanada. Was der Richter festgestellt hat ist dass Mr. Schmeisser unser Patent verletzt hat und uns Schaden zugefügt hat."

In seiner Entscheidung führte Richter W. Andrew MacKay aus dass ein Landwirt nicht das Recht hat Kulturpflanzen anzubauen die genmanipuliert sind außer er hat ein Abkommen mit der Firma die das Patent innehat. Richter MacKay entschied auch dass es nicht darauf ankomme ob der Landwirt einen Nutzen aus den patentierten Genen zieht. In diesem Fall hat dies Mr. Schmeisser nicht getan………………………..'

Geschichtlich gesehen hat die menschliche Rasse einige ziemlich schlimme Fehler begangen, aber wir sind Gewohnheitstiere, und wenn sich schlechte Ideen einbürgern wird die Stimme der Vernunft oder der Opposition zu Ketzerei, und früher oder später, in einem Krieg der Zermürbung, wird sie müde und unmodern. Desensibilisierung ist der behandschuhte Hammerkopf im gewaltigen, rollenden Prozess der ‚Globalisierung'. Demonstranten gegen Fälle wie oben werden als Spinner und Unruhestifter behandelt weil Regierungen und Medienkonzerne jetzt alle Teil haben am Betrug. Ist das eine unvernünftige Ansicht? Ich würde es hassen unvernünftig zu sein. Ich weiß nicht wie es euch geht aber die Komplizenrolle des ‚Establishments' (oder ‚Ihnen' wie ‚Sie' landläufig bekannt sind) starrt in mein Gesicht. Wie kann ich es wagen solche Gedanken auszudrücken. Es wäre interessant die Firmenverbrecher namentlich genannt, adressiert und öffentlich gedemütigt zu sehen für ihre arroganten, schmutzigen Handlungen; nicht bloß die Lakaien und Sündenböcke, sondern die nur zu machtvollen Drahtzieher (wieder ‚Sie') hinter den Geschäftsführern. Richtet die Wasserpistolen auf ‚Sie'. Wie können ‚Sie' es wagen. Wie können ‚Sie' es wagen dies zu tun und unglaublich himmelschreiende Missbräuche begehen, Verbrechen in jeder anderen Betrachtung. Lasst mich gar nicht erst anfangen mit Pharmakonzernen (lest ‚The Constant Gardener' von John Le Carre) oder Kohle-Anleihen. Ich denke, es ist einfach weil ‚Sie' es können, ‚Sie' die Macht haben und ‚Sie' korrupt sind. Obwohl ‚Sie' so tun als ob es so wäre, sind ‚Ihre' Interessen nicht zum Wohle der Allgemeinheit in meiner bescheidenen Meinung, deshalb sind ‚Sie' meine Feinde und ich werde mich über ‚Sie' lustig machen wer zur Hölle ‚Sie' auch sind. Kommt heraus und zeigt euch ihr hinterhältigen kleinen Mistkerle, denn ihr seid wirklich Kriminelle, nicht solche Leute wie der arme alte Percy Schmeisser.

Oh, und übrigens, heute habe ich gelesen dass der Blair Mob (das ist eines der organisierten Verbrechersyndikate in London) gerade das Klonen von Menschen in England legalisiert hat und damit für immer das Konzept des ‚Freien Willens' für den Homo Sapiens beendet hat. Natürlich ist das nicht was sie sagen: ‚Es ist zum Wohl von uns allen, neue Lebern, Beine, Herzen etc.' Glaubt das nicht. Bitte glaubt das nicht. Es ist euer Verstand den ‚Sie' wollen. Das ist alles was ‚Sie' jemals gewollt haben. Wo Mengel scheiterte wird Monsanto Erfolg haben (verzeiht mein Wortspiel) und ziemlich bald wird alles auf die Bedürfnisse des Tages hin gezüchtet. Wir wurden gewarnt (Huxley zum Beispiel, ‚oft pessimistisch' sagt die OECD) und doch scheinen wir machtlos zu sein, zu widerstehen. Vielleicht übertreibe ich. Vielleicht wird das Klonen auf ein Gebiet beschränkt. Vielleicht wird es nicht in euer Feld geweht.

Ich habe für ein paar Wochen Ferien in der Algarve mit meiner Familie. Ich liebe es jeden Tag den Strand entlang zu gehen und zu schwimmen. Ein Freund bemerkte dass Gehen langweilig wäre und ich nehme an es klingt danach, aber ich ziehe es dem Laufen vor. Ich kann nachdenken, bin eins mit der Natur und sinniere über mein Schicksal nach. Wenn man läuft muss man weitermachen für den Fall dass jemand zusieht, dein Rucksack hopst unbequem auf deinem Rücken und du näherst dich Gefahren zu schnell. Sogar wenn dein von Sauerstoff ausgehungertes Gehirn die Gefahr wahrnimmt ist es unwahrscheinlich dass deine Beine die notwendigen Befehle rechtzeitig erhalten um dich davor zu stoppen über die Klippe zu rennen. Wie auch immer, derart erfrischt geht es im August zurück auf die Straße für die große Feier durch Europa. Dies sind aufregende Zeiten für die Band und hoffentlich sieht uns das Ende des Jahres mittendrin im nächsten Album. Da gibt es einige interessante Entwicklungen auf diesem Gebiet, die hier zu diskutieren verfrüht wäre, aber ich kann sagen, wie wir so einige Ideen aus früheren Schreib-Sitzungen begutachtet haben, dass es einen ausgeprägten Mangel an Hoffnungslosigkeit gab.

Danke, wie immer, für euere andauernde Unterstützung. Es bedeutet wirklich eine Menge.

Bis dahin Cheers,

Friede & Liebe,

Ian Gillan

Copyright © Ian Gillan 2001

PS: Gerade als ich das schreibe höre ich vom traurigen Tod von Leo Wilkinson, dem Bassisten von Lynyrd Skynyrd, mit dem wir uns kürzlich so guter Zeiten erfreut haben. Er wird schmerzlich vermisst werden. Mein Mitgefühl für seine Familie, Musikerkollegen und Fans.

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