Dear Friends

DF 19 - Iditarod (Februar 2001)

Februar 2001

Liebe Freunde,

Da bin ich jetzt wieder in Australien. Ich hatte das Vergnügen von ein paar Tagen im Hyatt Regency in Coolum gemeinsam mit DPs Manager Bruce Payne und ein paar Freunden, Drew und Nikki Thompson. Gute Art sich nach einer langen Reise zu erholen, und ich bin bereit für den Angriff. Jimmy Barnes wird heute Nacht eintreffen, vielleicht kann ich ihn dazu überreden heraufzuhüpfen und ein Wenig mit uns zu singen bei einer der Shows. Am Morgen geht es nach Sydney für einen Fernsehauftritt, dann weiter nach Melbourne wo ich mich mit dem Rest der Jungs bis zum Sonntag für Proben treffe bevor wir nach Perth weiterfliegen, wo wir etwas bei der Fete am Tag vor dem Formel 1 Grand Prix machen und hoffentlich komme ich am Sonntag dazu das Rennen zu sehen bevor wir nach Perth weiterfliegen wo wir die Tour ordentlich starten. Paicey und ich verfolgen die Formel 1 Saison wo auch immer wir sein mögen. Er hat seine eigene Satellitenschüssel dabei, also kann er sogar wenn wir einen Auftritt haben das Rennen aufnehmen und dann, für eine bescheidene Gebühr, lässt er es mich ansehen. Wir waren noch niemals zuvor bei einem GP, daher ist das eine große Sache, und, noch besser, unsere Show in Kuala Lumpur trifft mit dem GP von Malaysia zusammen….glücklicher Zufall.

Bruce ist ein leidenschaftlicher Golfer und Drew hat mich freundlicherweise mit einem Satz Schläger ausgerüstet, und so waren wir drei draußen und machten unsere Runden.

Golf ist nur ein weiteres Spiel, oder?

Ich habe Spiele und Sport immer gemocht. Ich bin nicht sehr wetteifernd und habe daher nicht das ‚Eck', das den durchschnittlichen Ausübenden um genau das kleine Bisschen weiterbringt. Ich bin ein großer Fan von Kricket und Fußball, auch wenn ich heutzutage mehr zusehe als spiele. Hin und wieder, in meiner sportlichen Höchstzeit, sollte ich die Pflöcke mit einem bösen Yorker (Art, im Kricket den Ball zu schlagen - Anm. d. Ü.) bespritzen (?), oder eine Abgrenzung treffen oder auf spektakuläre Weise den Ball fangen. Tatsächlich war es eher ‚ganz vereinzelt' als ‚hin und wieder'.

Über den Zeitraum von 10 Jahren spielte ich ab und zu im Tor für ein städtisches Polizei-Fußballteam. Normalerweise verloren wir viele Tore zu Nichts, aber gelegentlich sollte ich eine verblüffende Parade machen. Dieses Halten, gemeinsam mit einem seltenen Eckball (wir waren keine kompletten Schwächlinge) gaben uns den Grund jede Woche aufzutauchen, wenn wir beim ‚Sonntagsbier' nach dem Spiel eine demütigende Niederlage in einen durchaus verdienten moralischen Sieg umwandelten.

In der Leichtathletik war ich ein Allrounder; ziemlich durchschnittlich bei allem, gerade niemals gut genug um bei normalen Ereignissen zu glänzen. Die Trainer verzweifelten an mir; ich hatte den Körper eines Zehnkämpfers und die Koordination einer neugeborenen Giraffe. Letztendlich war ich beim Stabhochsprung gut, das war in den Jahren bevor sie die biegsamen Stäbe hatten, was die Begründung für überdurchschnittlich lange Arme ist. Ich war stark und gefährlich mit dem Speer; das jedoch sollte sich als unakzeptable Kombination von Fähigkeiten herausstellen. Ich konnte große Distanzen laufen, aber sehr, sehr langsam, und da sie eher einen Kalender als eine Stoppuhr für Gillan brauchten, wurde ich niemals für den Neunzig-Meilen-Trab ausgewählt.

Tennis war aufregend, ich sollte über den Platz donnern nach unmöglichen Returns und jeden Ball mit so viel Backspin versehen dass er in meinen Court zurückfallen sollte bevor der/die Gegner eine Chance hatte/n, ihn zu treffen. Einmal in meinem ganzen Leben war ich mit diesem Schlag erfolgreich, aber Mann, war der es wert auf ihn zu warten.

Ich spielte Tischtennis im Jugendclub und entwickelte einen Aufschlag der so schnell war dass ich in Staunen zurück trat wann immer ich einen anbrachte. Traurigerweise traf nur einer von Fünfen im anderen Spielfeld auf und wurde mit einer Heftigkeit retourniert, die ich für ein freundschaftliches Match als ziemlich unziemlich erachtete. Bob Marley war von meinem Aufschlag ziemlich beeindruckt, als wir in den späten Siebzigern bei Island Records spielten.

In Billard gut zu sein wird in England als Zeichen einer vergeudeten Jugendzeit angesehen, und daher war ich aus Respekt für meine Mutter ein sehr durchschnittlicher Billardspieler, obwohl ich eine Menge Übung hineinsteckte. Später in meinem Leben wurden die Dinge besser auf dem grünen Billardtuch, obwohl ich das lange und komplizierte Spiel hinter mir ließ und eine Leidenschaft für das geschickt gemischte ‚Englische' Poolbillard entwickelte. Ich habe sogar für ein paar Jahre in einem Ligateam gespielt bis ich entdeckte dass der Kapitän mein Bier trank. Ich spiele noch heute und habe einen Tisch zu Hause über dem viele vergnügliche Stunden mit Freunden verbracht werden. Ich schätze mich als geringfügig über dem Durchschnitt ein, aber das ist weil ich ein Experte in fantasiereichen Geschichten bin.

Schwimmen kam ganz natürlich. Ich lernte schwimmen in Alum Bay auf der Isle of Wight. Alum Bay ist berühmt für seinen farbigen Sand. Meine Methode war einfach: Stehen in meiner eigenen Tiefe mit dem Wasser bis zu meiner Brust, dann meinen Atem anhalten und unter Wasser ducken für einen angenehmen Zeitraum von sagen wir zehn Sekunden. Im Bewusstsein dass ich jederzeit meine Füße hinunter tun konnte und gewappnet mit dem Wissen dass ich für wenigstens das Sechstel einer Minute nicht ertrinken würde, fand ich es ziemlich einfach, eine Vorwärtsbewegung zu machen: Siehe da, da war ich an der Oberfläche, schwimmend. Es war nicht, und ist noch immer nicht, ein konventioneller Stil, aber ich habe Ausdauer und manchmal schwimme ich den ganzen Tag. Ich ging über zu Sporttauchen und einmal ertränkte ich beinahe Chet, meinen Tauchlehrer für meine ‚fortgeschrittene Lektion im offenen Wasser'. Er erstickte beinahe vor Lachen über meinen neuartigen Versuch ihn ohne Flossen zu erreichen, als ich sie unter den Arm klemmte, auf den Grund sank und über den Ozeanboden ging; für mich schien es logisch aber zerstörte komplett den Zweck der Übung.

Ich war unterdurchschnittlich bei Dart, aber sehr beständig. Man konnte sich auf mich verlassen das ich jederzeit 26 Punkte erreichte wenn ich mich dem Oche (Markierung, von der aus geworfen wird - Anm. d. Ü.) näherte.

Bei Schach bin ich durchschnittlich obwohl ich das Spiel liebe. Ich gewinne so viele Spiele wie ich verliere aber, mit großem Respekt für meine Freunde, ich bin nicht sicher ob sie die härteste Herausforderung darstellen.

Also was ist an Golf das mich so widerlich Mitleid erregend macht im Vergleich zu einem beeindruckenden Durchschnitt in allen anderen Spielen oder Sportarten? Ich spiele das Spiel seit guten zwanzig Jahren. Ich bin Mitglied in meinem örtlichen Klub. Bei Gelegenheit habe ich ein paar aufeinanderfolgende Pars gespielt. Aber genau dann, wenn ich den Ball sauber treffe fällt das Ganze auseinander und ups, da bin ich auf dem nächsten Fairway oder im Teich. Noch peinlicher ist der selbstsichere Schlag mit einem Dreiereisen, das dreißig Meter weiter auf das Damen-Tee wirbelt. Dann ist da das Putten. Wenn mein Abschlag und Schlagen komisch sind, loche ich ein wie ein Profi, und wenn ich es schaffe das Grün ordentlich zu erreichen…brauche ich sechs Schläge um einzulochen.

Es sind die Ratschläge, die man mir gegeben hat, da bin ich ganz sicher. Haltung, Hände, Kopf nach unten, Handschuhe (sehr wichtig, Handschuhe zu tragen), Kleidungsvorschriften (grrrr!), vom hinteren Fuß weg spielen, Sandschläge, abbremsen, Halbschwung, du stehst zu nahe beim Ball (nachdem ich ihn geschlagen habe), übe den Schwung. Es gibt keinen Mangel an Ratschlägen, alle gut gemeint, ich weiß, aber alles zusammen verwirrt mich. Es ist eine Sache des Geistes. Alle anderen Spiele die ich gespielt habe begannen als Bolzerei, oder als Herumblödeln auf der Straße wo ich, als Kind, nicht über Technik oder Stil nachdachte sondern mich einfach als begeisterter Amateur mit keinem Gedanken an Erfolg hineinstürzte, nur mit einem großen Bedürfnis daran Anteil zu haben. Ich hatte Lektionen und die Lehrer kratzten ihre Köpfe als sie gingen. Ich war für Stunden auf dem Übungsbereich bis jeder Ball um Gnade schrie. Man sagte mir ich hätte großes Potential wenn ich es alle heiligen Zeiten einmal zusammen bringe, und dann gibt mir jemand einen Rat und alles bricht zusammen. Was soll ich tun? Nein, sag es mir nicht……bitte.

Ich habe den Eindruck dass es ein generelles Gefühl der Zustimmung gibt für die Änderungen die wir auf Caramba gemacht haben. In Kürze wird es eine Neuheit geben und ich möchte sie hier und jetzt einführen. Einer unserer großen Beitraggeber zum alten Gästebuch war Jnthn Tate (alias rabid dog). Wir blieben in Verbindung und kürzlich erfuhr ich von einem unglaublichen Projekt in das er sich gestürzt hat. Vielleicht habt ihr vom Iditarod Rennen in Alaska gehört. Dies ist eine der letzten großen Herausforderungen, und steht auf einer Stufe mit ‚Laufen mit den Stieren' in Pamplona was Aufregung angeht aber lässt dieses Ereignis weit hinter sich was Vorbereitung, Technik und rohe Gefahr angeht. Die Idee ist, mit einem Team von Hunden und einem Schlitten durch die härtesten Bedingungen zu kommen, die man auf Erden finden kann.

Jnthn, oder Jon, als den wir ihn kennen lernen, schrieb mir vor einer Weile und fragte ob ich etwas dagegen hätte wenn er die Caramba Flagge für sich und sein Team hissen würde. Ich sagte ihm ich wäre entzückt und geehrt für uns, in so einem Abenteuer von Anfang an einbezogen zu sein. Wenn ich sage von Anfang an meine ich dass er noch weit davon entfernt ist am Rennen teil zu nehmen und wir rechnen mit einem Minimum von zwei Jahren Vorbereitung. Er baut ein Team auf. Er hält uns mit Berichten auf dem Laufenden auf die eine oder andere Art, vielleicht ein Tagebuch, und wir werden eine nette Präsentation hier auf Caramba einrichten, und wir werden voll hinter ihm stehen. Wir werden Bilder von den Hunden sehen, da er einen Welpen Gunga Din genannt hat, und ich habe ihm versprochen dass ich Himmel und Hölle in Bewegung versetzen werde um an der Startlinie für das Iditarod zu stehen wenn und falls er es schafft. Der Weg dorthin ist wie soll ich es sagen? …..Hey, Caramba!

Mehr in Kürze.

Ich muss gehen, Dinge erledigen.

Friede & Liebe

Ian Gillan

Copyright © Ian Gillan 2001

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