Dear Friends

DF 11 - Inzwischen

Juni 1999

Liebe Freunde,

Ich denke ich habe Beavis und Butthead im Maritim Hotel in Darmstadt getroffen.

Während ich mein Handtuch auf die Saunabank legte, sah ich mich im dämmrigen roten Licht um, um die anderen Anwesenden zu akzeptieren; was die übliche Höflichkeit ist. In einer Zufluchtsstätte wie dieser nehmen Grüße normalerweise die Form von einem Nicken oder einem leisen Hallo an.

‚Hey Alter' und ein stakkatoartiger Ausbruch von ‚HEH, HEH, HEH, HEH' brachte mich dazu meinen Aufenthaltsort zu überprüfen. Für einen Moment ging durch meinen Kopf dass ich gestorben und ins MTV gefahren sein musste.

Geschieht mir recht, nehme ich an. Wow, dies muss die unterste Ebene sein. War ich wirklich so schlimm? Könnte es für mich nicht Fegefeuer oder Vorhölle gewesen sein? Oder zumindest jener Ort an dem man hüfttief in Exkrementen steht (grob bekannt als das Meer der Scheiße), und es scheint nicht so schlimm bis der Teufel auf seinem Jet-Ski vorbeikommt und im Tonfall von verrückter Ausgelassenheit schreit ‚OK ihr Eimer von Abschaum! Teepause ist vorüber, zurück auf eure Köpfe.'

Der Moment ging vorüber. Ich blickte auf beruhigende Weise auf meine Nacktheit und die von meiner nächsten Nachbarin, die unbehaglich aus ihrem kurzen Zustand von erröteter Unsichtbarkeit zurückkehrte. Wir lächelten freudlos unserer unmittelbaren Zukunft zu, aber es war nicht so schlimm.

Beavis und Butthead (ich bin sicher dass sie es waren) standen auf und gingen nach ein paar weiteren Minuten, höflich ‚Hey Alter' und ‚HEH, HEH, HEH, HEH' von sich gebend während sie gingen. Wir atmeten aus.

Ich spielte die Szene noch einmal. Unvereinbarkeit führte die Rechnung an. Ein Rhinozeros das aus dem Kleiderschrank springt, die Art von Sache. Nun, vielleicht nicht ein Rhinozeros, die springen nicht gerade, oder? Aber sicherlich ein Tiger. Ja, du greifst hinein, fummelst in den Taschen nach einer lange vergessenen Banknote die die Heilung für drohenden Durst erwerben wird, als du das Grollen eines Harley-Davidson-Motores im Leerlauf zwischen deinen Schuhen hörst.

In der Angst, die im unteren Stock über deine maßlosen Absichten zu alarmieren, versuchst du das Brüllen zu dämpfen indem du die Türe mit einem verkniffenen Ausdruck auf deinem Gesicht leise schließt. Nicht dass du eine Türe mit so etwas so Kläglichem wie einem Ausdruck schließen kannst; außer vielleicht du runzelst die Stirne sehr stark während du gleichzeitig die Augen zukneifst. Das wäre dann ein faltiges Kneifen, welches eine primitive Form von Telekinese auslöst. Aber es braucht noch immer Übung. Also grrrrrrollllllltt diese Bengalische Harley unerwartet in dein Gesicht, und dankbar fällst du in Ohnmacht; einigermaßen schmerzloser und eine Menge früher als geplant.

Inzwischen, zurück in Darmstadt, war ich dabei meine MTV Erfahrung in mich aufzunehmen. Ich habe niemals, niemals gesehen wie jemand in eine Sauna geht (oder auch herauskommt) mit all seiner Kleidung an. Diese zwei ‚Alten' waren modisch angezogen. Sehr große Turnschuhe, sehr große Socken, sehr große kurze Hosen und sehr große T-Shirts (um so bemerkenswerter im Gegensatz zu ihren sehr kleinen Köpfen). Nein, ich habe so etwas nie zuvor gesehen; nicht in einer Sauna. Es waren definitiv Beavis und Butthead.

Die meisten Hotels haben einen Pool und eine Sauna oder ein Dampfbad, und ich benütze sie dauernd. Sie sind speziell nützlich wenn ich, zufällig, in der Nacht zuvor einen zu viel gehabt habe und mit einer Blumenkohl-Zunge aufwache.

Da wir über Mitteilungen reden. Eine gut veröffentlichte Ankündigung von Herrn Unklarheit (Wortspiel: Blair - blur=Unklarheit, Anm. d. Ü.) (ein Ablenkungsmanöver von anderen Unverschämtheiten, kein Zweifel) erklärte dass die Bank von England das meiste von ihrem Gold verkaufen werde. Schuldscheine, Banknoten, Inhaberpapiere, wie auch immer ihr sie nennen wollt; ‚Ich verspreche dem Inhaber auf Verlangen auszuzahlen usw.' wird hinkünftig abgesichert, oder unterschrieben durch, ähm, ‚etwas anderes, aber wir haben das noch nicht ausgearbeitet, aber wie auch immer, das Wichtige ist dass Gold altmodisches Zeug ist und vergesst nicht dass eine Menge anderer Leute in Europa es nicht mögen weil wir mehr haben als sie und ups' und so weiter. Wirklich, das passiert andauernd.

Am nächsten Tag geschah etwas Seltsames. Angesichts der Neuigkeit dass England dabei ist seine Last loszuwerden und so eine Schwemme verursacht, brach der Goldpreis zusammen. Wer hätte gedacht dass so etwas möglich ist?

Wenn das Pfund wirklich zusammenbricht, was wird dann mit dem ‚Versprechen zu zahlen' sein? Mit was? ‚Entschuldigung, wir haben das Gold verkauft. Wie wäre es mit ein paar, ähm, Euros?' Oh, das wird wunderbar gehen, Herr Unklarheit.

Unser amtierender Premierminister scheint genau so nett zu sein wie der letzte, und nicht annähernd so grimmig wie der davor. Ich werde seltsam angezogen von dem lautmalerischen Wert der Belfast-Aussprache seines Namens; er hat sich sicherlich weiterentwickelt (wenn das das Wort ist) von Herrn Blah, wie es seine Flitterwochen-Schauspieler haben wollen (der Bruce Forsyth von Europa, ‚nett Sie zu sehen, Sie zu sehen ist nett', bis hin zu den schlappen Handbewegungen) zu Herrn Blur (der Mann für alle Jahreszeiten).

Es ist eine sehr schwierige Aufgabe, ein Anführer der Welt zu sein. Ein höherer Blickwinkel muss es oftmals für deine Anhänger so aussehen lassen, dass du deine Prinzipien opferst, während man sie ihnen tatsächlich doch nur auf noch schlauere Weise präsentierst; für das größere Gute; dies ist genau jetzt schwierig, den Leuten zuhause zu erklären, denn man ist fleißig dabei den Rest der Welt davon zu überzeugen dass jede Handlung die man setzt irgendwie zu ihrem Vorteil ist und nicht zu deinem. Es ist fürwahr ein schwieriges Geschäft.

Inzwischen, zurück auf dem Planeten, beobachtete ich wie eine Segeljolle weg über das Wasser trieb, während ich am Ufer eines kleinen Sees in der Tschechischen Republik saß. Ich winkte zwei Mädchen auf der anderen Seite zu, aber sie sahen mich nicht. Ihre Augen waren auf eine kleine Jacht gerichtet, die auf sie zu segelte. Dies sind nur zwei Arten eine einfache Szene zu betrachten. Die Betrachtungsweisen sind ohne Grenzen.

Inzwischen, zum selben Thema, hörte ich die folgende Geschichte von meinem alten Kumpel Squiffy, als wir uns letzte Woche am Telefon unterhielten. Sein wirklicher Name ist Graham Underwood und wir sind gute Freunde seit vielen Jahren. Er war die größere Kraft in unserem dynamischen Zweierteam; besonders in der Kategorie Verrückte Erfinder. Wir waren auch Partner in der Konstruktionsfirma bekannt als FLU GmbH. Einige Dinge, die wir uns ausgedacht haben, waren, so muss ich zugeben, einfach nicht anerkannt. Entweder das oder wir waren unserer Zeit voraus. Die Welt war nicht bereit für unsere mechanische Gartenharke, ein so wunderbares Ding es auch ist. Squiffy hat mich auch ein paar Mal rund um die Welt begleitet. Auf unserem letzten Trip (Repo Depo) kümmerte er sich um den Bügermeister Der Hölle. Jetzt ist er ein erfolgreicher Maler.

Sherlock Holmes und Dr. Watson zelten auf dem Grund des Anwesens von Lord Upham. Sie führen eine Überwachung durch um das Rätsel des langsamen Diebstahles des Schlosses aufzuklären. Es verschwindet Stein für Stein.

Während er in den Nachthimmel hinauf blickt, murmelt Holmes' Watson, sagen Sie mir was Sie aus dem Studium des Himmels schließen können.'

‚Nun, Holmes' sagt Watson

‚Astrologisch gesehen würde ich sagen dass die Zeichen günstig waren und wir hoffnungsvoll sein können bezüglich des Ergebnisses unserer Überwachung.

Astronomisch gesehen sind wir nur ein winziger Fleck in einem Universum von unbekannter Größe.

Zeitlich gesehen ist es Viertel nach Zwei.

Meteorologisch gesehen haben wir geringe Feuchtigkeit und es gibt keine Wolken, also spricht alles dafür dass es morgen eine schöner Tag sein wird.'

‚Nein, nein, nein Holmes. Das alles genügt nicht. Sie liegen vollkommen daneben. Können Sie es nicht sehen? Es ist so deutlich wie die Nase in Ihrem Gesicht. Irgendein Mistkerl hat unser Zelt geklaut.'

Ich liebe Sport. Ich spielte viel Fußball, aber ich habe meinen Fuß ziemlich schlimm gebrochen und ich kann keinen Ball mehr kicken. Wie auch immer, ich bin noch immer ein riesen Fan und ich verfolge die Spiele (tatsächlich jeden Sport) im Fernsehen wann auch immer ich kann. Die meisten Hotels bieten einen oder zwei Sportkanäle an, und dann gibt es natürlich immer noch Paicey. Er hat seine eigene Satellitenschüssel dabei und wir verpassen selten ein wichtiges Ereignis. Oftmals nimmt er es auf, und für ein kleines Entgelt erlaubt er uns später im Bus, es anzusehen. Wenn es live ist, gehe ich zu seinem Zimmer, bezahle eine Eintrittsgebühr und sehe es dort an.

Ich bin nicht alleine damit wenn ich mich über einige beunruhigende Entwicklungen in dem ‚wunderschönen Spiel', wie es heutzutage bekannt ist, beschwere. Es mag wunderschön in dem Sinne sein, dass die Spieler hübsch und teuer sind, aber in all den höheren Aspekten ist es überhaupt nicht wunderschön. Betrügen ist Teil des Spieles. Niemand geht jemals die erforderlichen zehn Yards (ca. 9 Meter, Anm. d. Ü.) bei einem Freistoß zurück. Die Spieler jammern den Schiedsrichter bei jedem Pfeifen an, und versuchen, ziemlich schändlich, zu erreichen dass die Gegenspieler Gelbe Karten oder Schlimmeres bekommen. Sie rollen sich auf dem Boden in auserlesener Qual wenn sie Schlamm auf ihr Leibchen bekommen; nun, ihr habt es gesehen, oder? Ein Linienrichter muss jetzt Schiedsrichterassistent genannt werden (gib mir Kraft), aber für all diese verbesserten PC Bezeichnungen sind sie nichts anderes. Kein einziger von ihnen weiß dass ein Abseits von dem Moment an gewertet wird, da der Ball abgespielt wird, im Gegensatz zu dem Moment da er angenommen wird, kein einziger von ihnen.

Zum Thema Leibchen habe ich einen Vorschlag. Die Spieler sollten dazu ermutigt werden hautenges Lycra oder aufsprühbare Gummidressen zu tragen. Dies würde ganz sicher das ganze Leibchen-Ziehen eliminieren und hätte den zusätzlichen Vorteil dass Zungenküsse, simulierter Sex, Räderschlagen, Rückwärtssalti usw. auf diese Weise viel verständlicher gemacht würden.

Dies wird zu einem Fest der Stabreime.

In der Zwischenzeit, da die skandalöse Einstellung der elitären Mitglieder des IOC (Internationalen Olympischen Komitees) öffentlich gemacht wurde (niemand kapierte es wirklich als Prinzessin Anne vor zwanzig Jahren zurücktrat), habe ich die Wege dieser heimtückischen kleinen Würmer verfolgt, die sich ihren Weg mit Selbst-Vergrößerung als ihrem einzigen messianischen Schwerpunkt zu den Turmspitzen der Macht in ihren unterschiedlichen Sportbereichen geschlängelt haben.

Fußball, Kricket, Rugby, Leichtathletik, Billard (?) sie alle werden von sehr seltsamen Leuten betrieben. So ist es in England. Ich frage mich, haben andere Länder dasselbe Problem?

Formel Eins, der Begriff ruft solche Gefühle hervor zu einem Schauspiel nach dem ich, und Millionen von anderen süchtig sind seit Fangio, Von Trips, Moss, Stewart, Prost und Senna (verzeiht die ehrenwerten Auslassungen) ihre Leben aufs Spiel gesetzt haben. Das war die Art von Männern die es getan hätten ob wir ihnen zugesehen hätten oder nicht, einfach wegen des reinen Nervenkitzels des Rennens.

Die Stellvertretende Aufwallung, die von den Massen und von solchen (wie mir)geteilt wird, die die ganze Nacht aufsitzen um am Fernsehen die Qualifikationen, live aus Japan oder Brasilien anzusehen, und dann, zur großen Verzweiflung der Mütter, und später der Ehefrauen, die ganze Prozedur 24 Stunden später, wenn das Rennen selber stattfindet, wiederholen.

Blaue Flaggen und ‚Verkehrshindernisse', immer eine schwierige Angelegenheit.

Ferraris brillanter Schumi, und seine treue Nummer 2 (der in Thunderbird eine Rolle hatte, oder?) David Cool - ist es ‚tard' oder ‚thard'? Sogar er ist nicht sicher; wahrscheinlich findet er deswegen Überholen schwierig. Hill Jr., Mad Mansell, Hunt the Shunt, Murray Walker, Monaco, Nürburgring, Silverstone. Alle unerreichbar für Sterbliche. Ich denke nicht sehr mechanisch. Ich setze die Aktivität unter der Motorhaube eines Autos gleich mit dreidimensionalem Schach (hoch Drei). Wie auch immer, ich kann mich in einem Streitgespräch über die relativen Vorteile von Reifen, ein äußerst wichtiges Gebiet das, ziemlich gut behaupten. Behält man die Nerven und bleibt bei Slicks oder wechselt man zu Regenreifen beim ersten Anzeichen einer Wolke?

Insektenkundliche Faszination beim Tankstopp (Nanosekunden in Zeitlupe) und seiner strategischen Wichtigkeit; nicht nur Reifen, Treibstoff und ein Zwicken am Spoiler; den Abtrieb zu vermindern oder zu verstärken, aber sollen es einer, zwei oder drei Stopps sein? Ein schlauer Teamchef könnte einen Vorteil für sein unterlegenes Auto darin sehen, das Kraft-Gewicht-Verhältnis zu verbessern und so weniger Treibstoff einzufüllen, damit schneller zu sein aber mehrere Stopps zu haben. Nette Theorie, aber sie funktioniert niemals.

In der Zwischenzeit beklagen sich die Öffentlichkeit, die Teams, jeder der sich dafür interessiert, und am wichtigsten, die Fahrer, über den Mangel an Konkurrenzfähigkeit, der durch die jüngsten Regeländerungen herbeigeführt worden ist. Keine Slicks mehr; sie sind alle gerillt. Auch sind die Autos schmäler. Daher gibt es Turbulenzen und einen Mangel an Abtrieb hinter andern Fahrzeugen, und die Geschwindigkeiten sind verringert, gemeinsam mit der Fähigkeit sogar des Mutigsten und Stärksten zu überholen.

Die meisten Leute würden zustimmen dass das Überholen das eine Element ist, das es in jedem Rennen geben muss, damit es sich von einer Prozession unterscheiden kann. Nicht so unser verhasster Max. Nein, seine hohe, herablassende Art setzt ihn genau auf eine Höhe mit Samaranch und Earl Haig.

Als Antwort auf die Proteste sagte er ‚so lange die Autos sicher sind, sind wir (?) nicht besorgt darüber, ob die Fahrer sie mögen oder nicht. Dann die sind so hoch bezahlt dass sie nicht befugt sind sie zu mögen oder nicht. Es liegt nicht an ihnen.'

Was für ein größenwahnsinniger Trottel er ist. Wenn seine Regeln sich durchsetzen, dann müssen die Schilder von jeder Rennstrecke entfernt werden. Die Schilder die warnen ‚AUTORENNSPORT IST GEFÄHRLICH'.

In der Zwischenzeit, eine sehr traurige Nachricht. Mein Freund Screaming Lord Sutch starb gestern. Er erhängte sich nachdem er unter großen Depressionen seit dem Tode seiner Mutter, der er immer sehr nahe gestanden hatte, gelitten hat. Dave Sutch war eine Persönlichkeit größer als das Leben. International berühmt durch seine ‚Invasion' der USA, als er in seinem mit dem Union Jack geschmückten Rolls Royce tourte.

Durch die ganzen Sechziger hindurch spielten Screaming Lord Sutch und die Savages vor vollen Häusern, und jeder professionelle Musiker mit Selbstrespekt würde sterben um diesen Auftritt auf seinem Lebenslauf zu haben. Ich sah ihn viele Male in seinen unterschiedlichen fantastischen Rollen. Am einen Tag war er Jack The Ripper, am nächsten Tag ein verrückter Feuerwehrmann; einmal verletzte er sich selber schlimm an der Stirn mit seiner berühmten Hand-Glocke.

Ritchie Blackmore genoss seinen Aufenthalt bei den Savages. Er erfreute sich immer daran mir zu erzählen wie Screaming (wie er unter seinen Freunden bekannt war) die Band dazu brachte sich in der Toilette einer kleinen Fähre in Skandinavien die Bühnenklamotten anzuziehen. Offensichtlich hatte er es arrangiert dass einige Presseleute das Boot trafen (Screaming war immer sehr öffentlichkeitsbewusst). Stellt euch die Szene vor, Ritchie und die anderen Savages, in pelziger, von den Schultern herunterhängender, höhlenmann-artiger Leopardenhaut-Aufmachung, Gitarre in einer Hand, Koffer in der anderen, wie sie wie verrückt die Rampe hinunterliefen, um von ein paar verblüfften Kindern und einem kleinen Hund in Empfang genommen zu werden.

Das war typisch Sutch. Er nahm nie für sich in Anspruch Sänger im konventionellen Sinne zu sein; nicht in irgendeinem Sinne, so weit ich es verstehen konnte. Aber er war ein Unterhalter. Ein großer Unterhalter. Ungeachtet dessen wie brillant die Individuen in seiner Band waren, man sah niemals sie an wenn Screaming Lord Sutch auf der Bühne war. Er machte sie zu Zwergen.

Er machte einen nahtlosen Fortschritt in seine zweite Laufbahn als Politiker, und bestritt bis vor kurzem jede öffentliche Wahl. Mit seinem riesigen und lächerlichen Zylinderhut, Ansteckrosetten so groß wie Sonnenblumen und einem zahnlückigen Lächeln das die Nacht erhellte stand er auf dem Podium neben nervösen Premierministern und zwielichtigen Kanzlern. All dies im nationalen Fernsehen.

Die Ergebnisse; die Namen der Kandidaten, gemeinsam mit der Zahl der abgegebenen Stimmen würde durch einen mittelalterlichen Schreiber den versammelten und unterschiedlichen Anhängern im Rathaus bekennt gegeben.

In England ist es Brauch für die TV-Kommentatoren, sehr leise Nebenbemerkungen hinzuzufügen, die die Parteienzugehörigkeiten der Kandidaten bezeichneten.

Also würde man vom Schreiber hören ‚Jonathan Blithering-Smythe', dann ein dringliches Flüstern vom TV-Kerl, der einfügte, als ob wir es nicht wüssten, ‚Konservative Partei, um rechtzeitig wieder vom Schreiber zu hören…'Vierzehn tausend zweihundert- und sechsundzwanzig', dies mit einem kleinen Plätschern von Applaus und Buhs vom Volk begrüßt, und einem erhabenen, geistlosen höhnischen Lächeln des Kon (wie seine Art fröhlich abgekürzt wird).

Dann… ‚Fred Livid'(wollüstig)‚Labour Partei' Vierzehn tausend zweihundert und siebenundzwanzig; wildes Aufbranden von Sieben oder Acht; Fred starrt manisch und gibt dem ‚Ondotcon (?), dessen Gesicht verzerrt ist, das alte Zwei-Finger-Zeichen.

In der Zwischenzeit, weil niemand außer den Lib-Dems (und es gab ohnehin nur Acht von ihnen) an irgendetwas anderem interessiert ist als am absoluten Höhepunkt des Abends, warten wir bis ‚David Sutch'… und dann, als kultivierter und leidenschaftsloser, gehauchter BeBeCe-Einschub (Die Monster Raving Loony Partei)..jaaaa!... Sieben hundert und vier. Die ganze Nation jubelt. Lord Sutch streckt die Hand aus und schüttelt, mit einem Auftreten von großer Seelengröße, überall Hände. Jedermann weiß dass die Hauptrichtung seines Wahlprogramms (Stimmrecht für Hunde) vielleicht eine Kleinigkeit fortschrittlich war, aber wir jubeln ihm trotzdem zu, weil wir ihn lieben.

Ich werde dich später einholen, Kumpel.

Das andere Zeug über das ich schreiben wollte wird warten müssen, weil niemand Screaming Lord Sutch - er ruhe in Frieden! - nachfolgen kann.

Hochachtungsvoll,
Friede und Liebe,

Ian Gillan

Copyright © Ian Gillan 1999

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